Google Pagespeed: der Website Speed Test

Mit dem Onlinedienst Google PageSpeed Insights kann man die Ladezeit einer Website untersuchen und Aufgrund der Speed Test-Empfehlungen Optimierungen an der Website vornehmen die dafür sorgen, dass die Website durch schnellere Ladezeiten eine höhere Usability (Gebrauchstauglichkeit oder Benutzerfreundlichkeit) erfährt. Dabei ist die Usability nicht mit der User Experience zu verwechseln. Während es sich bei der Usability rein um die funktionale Bedienbarkeit und Mechanik handelt, beschäftigt sich die User Experience mit den Gefühlen und Erlebnissen vor, während und nach der Nutzung einer Website. Im Falle des Page Speeds sind beide Begriffe von Relevanz, da sich lange Ladezeiten natürlich auch auf die User Experience negativ auswirken.

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Abbildung: die Core Web Vitals-Bewertung von Google PageSpeed Insights ist sehr aussagekräftig

Über die Core Web Vitals-Bewertung

Die Core Web Vitals-Bewertung in Google PageSpeed Insights ist sinnvoll, aber man sollte sie nicht mit dem PageSpeed-Score von 0-100 verwechseln. Für die Beurteilung einer Website ist die eigentliche Aussagekraft der realen Nutzerdaten deutlich höher als die Frage, ob Google Lighthouse gerade 87 oder 96 Punkte ausgibt.

Was wird bei den Core Web Vitals eigentlich bewertet?

Aktuell sind es drei Kennzahlen, die hier besondere Aufmerksamkeit verdienen (siehe auch die Abbildung):

  • LCP (Largest Contentful Paint): Wie schnell der wesentliche Inhalt der Seite sichtbar wird. „Gut“ ist ≤ 2,5 Sekunden.
  • INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell die Seite auf Benutzerinteraktionen reagiert. „Gut“ ist ≤ 200 ms.
  • CLS (Cumulative Layout Shift): Wie stark sich Inhalte während des Ladens unerwartet verschieben. „Gut“ ist ≤ 0,1.

Das sind durchaus vernünftige Messwerte, weil sie nicht einfach technische Eigenschaften eines Servers messen, sondern Aspekte, die ein Besucher tatsächlich erlebt. Und hier liegt eine der größten Stärken von Google PageSpeed Insights. Das Tool zeigt neben den Lighthouse-Labordaten auch Felddaten aus dem Chrome User Experience Report (CrUX). Diese stammen von echten Nutzern und unterschiedlichen Geräten, Netzwerken und Nutzungssituationen. Betrachtet wird dabei stets ein Zeitraum von 28 Tagen.

Dieser Page Speed Test greift somit auf Nutzungswerten einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht zu. Eine Website kann auf einem leistungsfähigen Desktop-PC hervorragend funktionieren und bei eigenen Tests einen PageSpeed-Score von 98 erreichen – während ein erheblicher Teil der mobilen Besucher trotzdem eine schlechte Erfahrung hat. Dem soll mit den Felddaten aus dem Chrome User Experience Report entgegen gewirkt werden. Die CrUX-Daten können genau diesen Unterschied sichtbar machen.

Besonders interessant ist dabei das 75. Perzentil. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass Google nicht nur wissen will, wie schnell die Websites bei den schnellsten Nutzern läuft, sondern ob die Website auch unter weniger günstigen Bedingungen für die große Mehrheit akzeptabel funktioniert.

Wie wichtig ist dieser Website Speed Test für SEO?

Die Geschwindigkeit einer Website ist für SEO durchaus wichtig, aber deutlich weniger wichtig, als es manche SEO-Darstellungen suggerieren. Google bestätigt durchaus, dass Core Web Vitals von seinen Rankingsystemen verwendet werden. Gleichzeitig teilt Google ebenso mit, dass gute Core Web Vitals keine Garantie für gute Rankings sind. Es gibt kein einzelnes „Page Experience“-Ranking-Signal, das aus einem PageSpeed-Wert besteht.

Meiner Meinung nach stellt Google die Relevanz und Qualität nicht hinter einen technischen Performance-Score. Core Web Vitals können demnach eher als eine Art von Qualitätsfaktor innerhalb eines wesentlich größeren Ranking-Systems verstanden werden.

Nicht für Google auf 100 Punkte optimieren sondern für die Nutzer auf gute Core Web Vitals optimieren

Wenn die realen Felddaten bei LCP, INP und CLS grün sind, würde ich eine Website normalerweise nicht weiter optimieren, nur um einen höheren Lighthouse-Score zu erreichen. Wenn die Felddaten schlecht sind, sind die Core Web Vitals dagegen ein sehr guter Hinweis darauf, dass es ein echtes UX-Problem gibt – und damit lohnt sich die technische Optimierung unabhängig von SEO.

Google behauptet immerhin auch selbst inzwischen ausdrücklich, dass man keinen perfekten Wert nur aus SEO-Gründen anstreben sollte, wenn andere Verbesserungen für Nutzer wichtiger sind.

Häufige Fragen zu Google Pagespeed Insights

Was bedeutet LCP (Largest Contentful Paint)?

Der LCP-Wert misst, wie schnell der wichtigste sichtbare Inhalt erscheint. Das kann zum Beispiel ein großes Bild oder eine Überschrift sein. Bis 2,5 Sekunden gilt als gut. LCP zeigt, wie schnell eine Seite für den Nutzer sichtbar relevant wird.

INP misst, wie schnell eine Webseite auf eine Benutzeraktion reagiert, zum Beispiel wenn jemand auf einen Button klickt. Bis 200 Millisekunden gilt als gut.

CLS misst, wie stark sich Inhalte während des Ladens unerwartet verschieben. Zum Beispiel kann ein Button plötzlich nach unten springen. Bis 0,1 gilt als gut. CLS zeigt somit wie stabil das Layout einer Webseite bleibt.

Man kann vor allem unnötige Ladezeiten reduzieren. Bilder sollten komprimiert und in modernen Formaten wie WebP oder AVIF ausgeliefert werden und nicht sichtbare Bilder sollten erst später geladen werden (Lazy Load) wenn es notwendig ist. Auch CSS und JavaScript sollten möglichst klein gehalten werden. Das kann man relativ einfach bewerkstelligen, wenn man die Anzahl der verwendeten Plugins / Funktionserweiterungen auf der Website reduziert.

Ein Website Cache kann Seiten deutlich schneller laden lassen. Dadurch warten Besucher weniger lange und die Website fühlt sich dadurch reaktionsschneller an. Das verbessert die Usability direkt.

Besonders bei wiederkehrenden Besuchern kann der Effekt groß sein. Ein gut konfigurierter Cache kann auch den LCP verbessern. Allerdings sollte der Cache korrekt eingerichtet sein und veraltete Inhalte dürfen nicht unnötig lange ausgeliefert werden.

Weitere Fragen zum Google PageSpeed Test

Wenn Sie Fragen zu diesem speziellen Thema haben, dann stehe ich Ihnen gerne beratend zur Verfügung. Senden Sie mir bitte einfach Ihre unverbindliche Anfrage.

markus steinacher
Markus Steinacher