Eine ganz beliebte und verführerische Geschäftsidee für Webdesigner und Entwickler ist die Erschaffung eines Onlineverzeichnisses, welches beispielsweise regional (zB in Bezug auf ein Land oder eine Stadt) und auf ein Thema (zB auf eine bestimmte Branche) spezialisiert ist. Mit dem MyListing – Directory & Listing WordPress Theme können Sie relativ „einfach“ beispielsweise ein interaktives Onlineverzeichnis mit Landkarte für Restaurants in London erstellen. Mit einer entsprechenden Lizenz des Entwicklers haben Sie die Möglichkeit, zahlende Kunden (um bei diesem Beispiel zu bleiben: Restaurants in London) über dieses Onlineverzeichnis direkt abzuwickeln.
Wie ein Onlineverzeichnis mit MyListing funktioniert
Potentielle Restaurant-Kunden aus London können sich direkt über die Plattform einen kostenpflichtigen Account zulegen, welcher Funktionen mit diversen Möglichkeiten freischaltet. Natürlich gibt es für alle Restaurants aus London (um wieder bei diesem Beispiel zu bleiben) auch die Möglichkeit einen eingeschränkten kostenlosen Account zu nutzen, damit die Möglichkeit bestehen bleibt, möglichst viele Einträge im Onlineverzeichnis zu generieren.
Der größte Vorteil des MyListing Onlineverzeichnisses
Der größte Vorteil hinter diesem Geschäftsmodell ist, dass die zahlenden Kunden selbst für einen wesentlichen Teils des Contents (Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Standort-Positionen, Speisen, Getränke, Angebote und Preise des jeweiligen Restaurants) der Plattform sorgen. Mit MyListing verfügt jeder Kunde über ein eigenes Login und kann entsprechend den eigenen Content verwalten. Das bringt natürlich für den Onlineverzeichnis-Betreiber im Idealfall eine wünschenswerte Dynamik in die Plattform. Wenn man so ein Onlineverzeichnis erfolgreich in einer Region (und / oder einer Branche) etabliert, so kann man von einem umsatzträchtigen Projekt der Plattformökonomie sprechen – der Traum vieler Entwickler, wenn es funktioniert.
Skalierbarkeit der Plattform und Voraussetzungen für den Erfolg
So ein Verzeichnis kann natürlich auch branchenübergreifend und überregional funktionieren, so wie es beispielsweise meinbranchenbuch.at mit MyListing umsetzt. In diesem Projekt wird die erweiterte Lizenz des Mylisting-Entwicklers mit Umsatzgenerierung verwendet. Damit kann sich jedes Unternehmen unterschiedlichster Branchen in Österreich wahlweise einen kostenlosen oder erweiterten kostenpflichtigen Account mit zusätzlichen Vorteilen zulegen.
Die Frage für Unternehmen bleibt natürlich: zahlt es sich aus, sich für einen kostenpflichtigen Account zu entscheiden – und wenn ja: was bringt diese Investition? Bringt dies Neukunden und mehr Umsatz für das eigene Unternehmen?
An dieser Stelle ist der Betreiber des Onlineverzeichnisses gefordert, damit die Plattform von potentiellen Kunden seiner Kunden genutzt wird – eine Erfordernis, die hinsichtlich der starken Konkurrenz (Herold.at, Firmen ABC, …) alles andere als einfach zu erfüllen ist. Hier kommt dann Online Marketing und konsequente Suchmaschinenoptimierung ins Spiel, sowie Offpage-Maßnahmen, welche die Sichtbarkeit und Bekanntheit des Onlineverzeichnisses steigert.
Auf was man bei der Konzeptionierung eines Onlineverzeichnisses auch achten muss
Grundsätzlich verfügt MyListing über alles was man für den erfolgreichen Betrieb eines solchen Onlineverzeichnisses benötigt. Allerdings sind darüber hinaus auch noch weitere Aspekte zu beachten, welche mit WordPress als CMS-System und dem Server zu tun haben. Speziell wenn das Onlineverzeichnis stark wachsende tägliche Besucherzahlen generiert, muss die Plattform stabil und ständig online verfügbar sein, und zusätzlich natürlich auch mit schnellen Ladezeiten punkten – Stichwort: User Experience!
Erfordernisse speziell für große und internationale Onlineverzeichnisse
Wenn das Onlineverzeichnis überregional, beziehungsweise vielleicht sogar global, agieren will, dann sollten technische Maßnahmen wie CDN (Content Delivery Network) und eine entsprechend hohe Serverleistung / Performance zur Verfügung stehen, damit die Plattform bei viel Traffic stabil bleibt. Hier kommen im Bedarfsfall die Stärken von Managed WordPress Hosting sicherlich vernünftig zum Einsatz, wo überdurchschnittliche Serverleistungen benötigt werden.
Speziell bei internationalen Anwendungen mit großen Reichweiten über den Atlantik oder Pazifik kann CDN seine Stärken ausspielen. Allerdings muss man sich dafür auch mit Caching-Funktionen vertraut machen und damit richtig umgehen können. Beim einem Content Delivery Network befindet sich die Plattform nicht nur auf einem Serverstandort, sondern je nach CDN-Anbieter auf weltweit unterschiedlichen Standorten. Zugriffe aus Amerika werden damit automatisch von einem nahegelegenen Serverstandort von Amerika (sofern im jeweiligen CDN-Netzwerk verfügbar) aus bedient.
Bei kleinen, regionalen Onlineverzeichnissen ist so ein CDN naturgemäß natürlich nicht erforderlich. Und auch die Notwendigkeit eines kostenintensiven Managed WordPress Hosting ist höchstwahrscheinlich bei kleinen Projekten nicht gegeben.
Geschäftsmodelle mit Onlineverzeichnissen
Wer mit WordPress und Mylisting in die Welt der Plattformökonomie einsteigen will, hat im Rahmen der damit verbundenen Möglichkeiten nur beschränkte Möglichkeiten der Monetarisierung. Abgesehen von den Beschränkungen des Mylisting-Entwicklers (Lizenzgebers) kann man grundsätzlich zwei Zielgruppen damit ansprechen:
- Direkte Kunden (wie in unserem Beispiel: Restaurants in Lodon) die über MyListing abgewickelt werden (nur mit erweiterter MyListing-Lizenz möglich)
- Werbekunden, welche in Form von Banner-Werbung und Verlinkungen für Präsenz auf der Plattform bezahlen (dies kann auch mit der kleinen preiswerten MyListing-Lizenz funktionieren, außerhalb von Mylisting, zum Beispiel im Blog der Plattform. In dieser Variante bezahlen die Restaurants in London nichts für ihren eigenen Eintrag. Der Onlineverzeichnis-Betreiber generiert Umsatz durch externe Werbepartner, die Banner-Werbung und Ähnliches darauf schalten wollen. Das muss allerdings so passieren, dass es nicht gegen Lizenzbestimmungen von MyListing verstößt.
Wer sich grundsätzlich von Lizenzen nicht einschränken lassen will, der hat mit WordPress allerdings durchaus auch die Möglichkeit, ein eigenes Onlineverzeichnis ins Leben zu rufen, ohne MyListing als Grundlage dafür. Ein Beispiel dafür ist die von mir entwickelte Sport-Plattform www.wiener-sport.at welche grundsätzlich mit den Funktionen von WordPress auskommt und mehr oder weniger als Serviceleistung und Schnittstelle zwischen Sportanbietern (Sportverbände, Sportvereine, Trainer, Sportmedizinier, etc …) und sportsuchenden Personen fungiert.
Onlineverzeichnis mit WordPress selbst erstellen
Wenn man so ein Onlineverzeichnis mit WordPress selbst erstellen will, dann funktioniert das am einfachsten mit dem zweiten beschriebenen Geschäftsmodell. Nach außen hin tritt das Onlineverzeichnis als kostenlose Serviceleistung für alle davon profitierenden Parteien in Erscheinung. Durch die oftmalige Nutzung der Plattform (zu erkennen an den Metriken, wie etwa Visits, Unique Clients, CTR, … Voraussetzung: Das Onlineverzeichnis muss einen tatsächlichen Mehrwert für alle Beteiligten bieten!) wird dieses Verzeichnis für externe Werbetreibende zunehmend interessanter, in etwa so wie in einem Fußball-Stadion, in welchem Werbetreibende wissen, dass viele Menschen ihre Bandenwerbung am Spielfeldrand sehen. Ab einer gewissen Größe des Onlineverzeichnisses sind jene Werbetreibende auch bereit entsprechend für diese Werbung zu bezahlen. Im Prinzip basiert dieses Geschäftsmodell auf einer Art von Win-Win-Situation für alle beteiligten Parteien.
Umsetzung eines Onlineverzeichnisses mit WordPress
Was die Umsetzung dieser Onlineverzeichnis-Variante betrifft, so kommt es klar darauf an, in welchem Maßstab man dieses Onlineverzeichnis skalieren will. Nehmen wir uns wieder das fiktive Beispiel von den Restaurants in London her. In London gibt es ungefähr 15.000 Gastronomie-Betriebe (Restaurants, Bars und Pubs). Als erfolgreiches Onlineverzeichnis kann man mit bereits etwa der Hälfte dieser Betriebe durchaus punkten. Was die regionale Einschränkung betrifft, so sind wir auf CDN eigentlich nicht angewiesen, wobei ein leistungsstärkerer Server durchaus schon Sinn machen würde, zum Beispiel auch in Bezug auf eine Landkarten-Funktion, welche auch bei wiener-sport.at zum Einsatz kommt.
Hinweis auf den Umgang mit hoher Serverlast und Spitzenzeiten mit hohem Traffic
Nun kann es in der Gastronomie zu Spitzenzeiten (zB zu Silvester) temporär gleichzeitig zu sehr vielen Website-Aufrufen kommen. Alle Menschen suchen in kurzer Zeit nach freien Plätzen in Restaurants und Tischreservierungen. Das kann ein Onlineverzeichnis servertechnisch an seine Grenzen bringen. Eine Überlastung des Servers, welche im schlimmsten Fall zudem nicht schnell behoben werden kann, könnte fatale Folgen für die Reputation des Onlineverzeichnisses haben. Daher sollte der Server über entsprechende Ressourcen verfügen, damit Spitzenlasten zeitgleich verarbeitet werden können.
Es ist daher besonders wichtig, die Serverlast und Besucherströme auf der Website im Blick zu behalten, und in Spitzenzeiten dafür zu sorgen, dass genügend Serverkapazitäten zur Verfügung stehen. Beim fiktiven Onlineverzeichnis für die Restaurants in London ist es noch durchaus überschaubar, aber darüber hinaus sollte man sich gleich zu Beginn wirklich mit einer optimalen technischen Infrastruktur auseinandersetzen und Maßnahmen wie Managed WordPress Hosting in Erwägung ziehen. Wobei man sich natürlich bei so großen Webprojekten die Frage stellen sollte, ob WordPress die richtige Basis dafür bietet.
WordPress ist ein System für kleine Onlineverzeichnisse
WordPress ist nach wie vor ein System für kleine und mittlere Projekte, die ab einer gewissen Größe nicht mehr effizient abzuhandeln sind. Insofern stellt sich berechtigterweise die Frage ob für meinbranchenbuch.at und MyListing ein österreichweites Branchen-Onlineverzeichnis nicht doch eine Nummer zu groß ist. Für wiener-sport.at geht die Rechnung Aufgrund der relativ limitierten Größe des Einzugsgebietes, und den eingeschränkten Zielgruppen (Sportanbieter und Sportsuchende in Wien) auf.
Die Umsetzung mit WordPress kann grundsätzlich ganz gut über den Einsatz der Taxonomien (Kategorien und Schlagworte) erfolgen. Um die Funktionen eines WordPress-Blogs entsprechend tauglich für ein Onlineverzeichnis zu nutzen, muss man sich mit der Struktur von WordPress und dem richtigen Einsatz von Permalinks beschäftigen.
Umgang mit Nutzerkonten im Rahmen eines Onlineverzeichnisses
Eine weitere offene Frage bleibt natürlich auch in Bezug auf Nutzerkonten. Sollen Kunden selbst Zugriff auf das Bearbeiten ihrer Inhalte innerhalb des Onlineverzeichnisses haben, oder sollten inhaltliche Änderungen doch lieber redaktionell (und daher professionell) abgehandelt werden? Effizienter (mit höherem Sicherheitsrisiko) ist der direkte Zugriff durch Kunden. Mehr Sicherheit und mehr redaktionelle Standards sind durch eigene Contentmanager gewährleistet.
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