Seit dem neuen WordPress Update auf Version 7.0 erscheint in einigen WordPress-Installationen eine neue Fehlermeldung, bzw. eine empfohlene Verbesserung: Der Opcode-Cache ist nicht aktiviert. Nun fragen sich bestimmt einige WordPress-Seitenbetreiber, was es damit auf sich hat. Hier gibt es eine Erklärung dazu.
Beim Opcode-Cache (auch OPcache genannt) handelt es sich um nichts, was man direkt innerhalb einer WordPress-Installation aktivieren kann, sondern um etwas Server-spezifisches. Wenn Sie demnach das dringende Bedürfnis nach einem Opcode-Cache haben – warum auch immer – dann wenden Sie sich am besten an Ihren Provider und fragen, ob dieser so etwas auf seinem Server anbietet.
Ist ein Opcode-Cache für den Betrieb einer WordPress-Website notwendig?
Nein, ein Opcode-Cache ist nicht zwingend erforderlich, damit Ihre Website gut funktioniert. Aber es ist natürlich hinsichtlich der Website-Performance durchaus vorteilhaft, wenn der Server einen OPcache verwendet, da PHP-Code nicht bei jedem Seitenaufruf neu übersetzt werden muss. Das reduziert insbesondere bei einem System wie WordPress die Serverlast, speziell wenn viel Traffic auf der Website gleichzeitig passiert.
Ab WordPress 7.0 können folgende Verbesserungen angezeigt werden
Bereits lange vor WordPress 7.0 wurde der persistente Objekt-Cache empfohlen. Nun folgt zusätzlich der Opcode-Cache. Dies zeigt deutlich, wie sehr WordPress-Entwickler bemüht sind, WordPress hinsichtlich Performance mit Hilfe von serverseitigen Ressourcen zu pushen:
Der Opcode-Cache kurz erklärt
WordPress-Websites ohne Opcode-Cache funktionieren vereinfacht so:
- Server empfängt Anfrage von Website
- PHP lädt die entsprechenden WordPress-Dateien
- PHP parst und kompiliert den PHP-Code in sogenannten den sogenannten Opcode
- PHP führt diese Opcodes aus
- HTML und CSS wird an den Browser gesendet und somit die Website dargestellt
Speziell das Parsen und Kompilieren (übersetzen) im Schritt 3 kosten viel Zeit. Ohne den Opcode-Cache muss bei jedem Aufruf neu übersetzt werden.
WordPress-Websites mit Opcode-Cache funktionieren im Vergleich dazu so:
- Server empfängt die erste Anfrage von Website
- PHP „kompiliert“ den Code einmal
- Die erzeugten Opcodes werden im Cache (Speicher) abgelegt und zur Wiederverwendung aufbewahrt
- Bei weiteren Anfragen / Aufrufen nutzt PHP direkt den gespeicherten Opcode (kein erneutes Übersetzen notwendig)
Der unmittelbare Vorteil daraus:
- Die aufgerufenen Seiten der WordPress-Website laden schneller
- Dadurch entsteht auch eine geringere CPU-Last
- .. und es sind im Bedarfsfall auch mehr gleichzeitige Besucher möglich
Noch nicht alle Provider bieten den Opcode-Cache an
Moderne und „hochwertigere“ (meistens auch teurere) Provider bieten jetzt bereits standardmäßig den Opcode-Cache an. In diesem Fall erscheint mit WordPress 7.0 keine Fehlermeldung in der Website-Zustand-Analyse. Bei gängigen österreichischen Providern, wie zum Beispiel bei World4You (dieser Provider bietet aktuell – Stand: Mai 2026 – anstelle dessen Serverseitiges Caching mit FPM an) wird der nun von WordPress propagierte OPcache (noch) nicht angeboten.
Serverseitiges Caching und PHP-FPM sind nicht dasselbe
Serverseitiges Caching, wie der Opcode-Cache, und PHP-FPM (wie es World4You standardmäßig verwendet) sind nicht dasselbe und funktionieren auch ganz unterschiedlich, wenngleich beide Varianten die Website-Performance erhöhen können.
Um es einfach zu erklären, möchte ich folgendes Beispiel nennen:
FPM ist der Teil des Servers, der WordPress (bzw. PHP) ausführt. Wenn jemand eine WordPress-Website besucht, nimmt FPM die Anfrage an und lässt den PHP-Code ausführen. Serverseitiges Caching versucht dagegen, diese Arbeit zu vermeiden und damit Ressourcen zu sparen. Der Cache merkt sich bereits erzeugte Ergebnisse und liefert sie ohne erneute Kompilierung aus. Wenn sich die zu ladende Webseite bereits im serverseitigen Cache befindet, muss FPM oft nichts mehr tun. Wenn sich allerdings nichts im Cache befindet (oder es keinen Cache gibt), übernimmt FPM die volle Arbeit und erzeugt die Seite immer wieder komplett neu.
Was den persistenten Objekt-Cache betrifft, so habe ich darüber bereits berichtet: Objekt-Caching bei WordPress-Websites. Dies ist meiner Meinung nach nur bei den wenigsten WordPress-Websites sinnvoll und wirklich empfehlenswert.
Fazit aus dieser Erkenntnis
Ja, die WordPress-Website funktioniert ohne Opcode-Cache durchaus – und auch schnell, wenn sie richtig aufgesetzt ist (es gibt tolle Möglichkeiten, mehr dazu hier: WordPress Caching für bessere Performance) – aber es könnte natürlich mit dem richtigen serverseitigen Caching auch noch besser gehen. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass man sich nicht auf das schnellste Hosting und den besten Provider (und einen Opcode-Cache) verlässt, sondern am besten dafür sorgt, dass die eigene WordPress-Website solide erstellt ist. Die Performance einer Website lässt sich am besten durch die richtigen Bildformate, möglichst kleine Dateien, die Wahl der richtigen Plugins und der Struktur steuern. Erst wenn diese Hausaufgaben erfüllt sind, sollte man sich über den Opcode-Cache seine Gedanken machen.
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