WordPress effizient nutzen

Eine Website ist immer nur so effizient, wie sie von ihrem Erschaffer erstellt ist. Aber was bedeutet Effizienz in Bezug auf eine WordPress Website eigentlich? Dazu gibt es mehrere Ansätze, welche ich in diesem Beitrag erwähnen will. Grundsätzlich gibt es meiner Meinung nach drei Aspekte in Bezug auf WordPress, wo man die Effizienz einer WordPress Website messen und steigern kann.

webseiten erstellen mit wordpress
Abbildung: Ein überladenes Dashboard hilt nicht dabei effizient zu sein

WordPress für sich als System effizient nutzen

Der erste Aspekt betrifft den eigenen Aufwand, mit welchen man das System intern (im Backend) betreibt, um die Website auszubauen und am neuesten Stand der Technik zu behalten, Stichwort: Updates, Erweiterungen und etwaige Problembehandlungen.

Eine Website, die chaotisch und mehr oder weniger planlos erstellt worden ist, kann im schlimmsten Fall für den Ersteller selbst sehr unübersichtlich werden, und das nicht nur im Frontend. Unübersichtlichkeit im Backend ist der schlimmste Feind für neue Innovationen und Ausbau-Bemühungen einer Website (und das bezieht sich bei Weitem nicht nur auf WordPress).

Eine WordPress-Installation, die mehr als 20 Plugins (das ist eigentlich schon viel zu viel) installiert hat, wird nicht nur zunehmend langsamer, sondern auch extrem mühsam „upzudaten“. Natürlich spielt auch die richtige Auswahl der gewählten Plugins eine wesentliche Rolle, genauso wie das Theme des Vertrauens, von dem im Wesentlichen viel abhängt, ob die einzelnen Komponenten (Plugins und Theme) im Wechselspiel auf PHP-Ebene miteinander langfristig harmonieren.

Fakt ist, dass wenn man auf „Teufel komm‘ raus“ alle möglichen Plugins installiert und seiner Kreativität freien Raum lässt, die Fehleranfälligkeit bei Update-Arbeiten exponentiell ansteigen kann. Vor allem wenn man zusätzlich bei den Plugins die automatisierte Update-Funktion aktiviert, dann wird es so richtig spannend, wenn es darum geht herauszufinden, wo und wann eigentlich der eine oder andere Fehler entstanden ist.

Daher gibt es für mich folgende goldene Regeln, damit möglichst kein vorprogrammiertes Update-Chaos passieren kann:

  1. Nur Plugins verwenden, die ständig weiter entwickelt werden und ein technisches Support-Team dahinter zur Verfügung steht.
  2. Generell nur Plugins verwenden, die wirklich benötigt werden.
  3. Deaktivierte Plugins komplett entfernen und nicht nur deaktiviert lassen.
  4. Auch nicht benötigte Themes sollten entfernt werden, es muss aber ein Standard-Theme zur Sicherheit installiert bleiben, falls das aktive Theme nicht funktionsfähig ist.
  5. Automatisierte Update-Funktionen sollten sicherheitshalber deaktiviert sein.
  6. Updates sollten manuell durchgeführt werden und nach einem erfolgten Update sollte im Frontend die Website getestet werden, ob alles funktioniert.

Für Ordnung sorgen bei der Struktur, den einzelnen Seiten und den Beiträgen

Ein weiterer wichtiger Punkt, um WordPress inhaltlich effizient zu halten, ist die einheitliche Struktur bei den Inhaltsseiten und Blog-Beiträgen. Speziell bei den Blog-Beiträgen ist eine durchdachte Struktur essentiell. Tipps dazu gibt es auch in meinem Beitrag „Wertvolle Tipps um einen erfolgreichen WordPress Blog erstellen zu können“. Wenn man hier in ein Chaos verfällt, fällt es schwer kontextbezogen neue Inhalte semantisch richtig zu erstellen und zu verknüpfen.

Übersicht bei den Inhaltsseiten generiert man unter anderem auch dadurch, dass man die Lesbaren URLs mit der Menüstruktur abgleicht und sich an der Permalink-Struktur orientiert. Die Benennung der jeweiligen URL spielt nicht nur für die Suchmaschinen eine Rolle, sondern hilft auch Ihnen, dass Sie sich bei Ihrer Arbeit besser orientieren können.

Für Ordnung sorgen bei den Medien

Die hochgeladenen Medien (Bilder, Grafiken, Videos, PDF-Dokumente, ..) werden in WordPress in einem eigenen Verzeichnis hochgeladen und zu einem gewissen Grad organisiert. Jedoch bei vielen hochgeladenen Medien kann das durchaus unübersichtlich werden, speziell wenn man auf der Suche nach einem einzelnen Bild ist. Daher ist es sinnvoll, dass man alle Medien so gut und eindeutig wie nur möglich beschreibt, damit man mit der Suchfunktion schnell danach suchen kann. Zusätzlich gibt es aber auch noch die Möglichkeit ein Plugin zu installieren, mit welchem man die Medien noch besser organisieren kann.

WordPress Performance erhöhen mit WordPress Caching Plugins
Abbildung: Ein Cache kann auch dazu beitragen, um eine WordPress Website effizient zu nutzen

WordPress in Bezug auf die Performance effizienter machen

Das Erste was uns dazu einfällt, ist natürlich die Ladezeit der Website. Ja, um WordPress schneller zu machen, ist auch Effizienz notwendig. Aber es geht hier in erster Linie nicht darum, die Website schneller zu machen, sondern wir hegen den Anspruch, die Effizienz zu steigern und möglichst kosten- und ressourcenschonend vorzugehen. Das beginnt auch gleich einmal bei den verwendeten Bildern und sonstigen selbstgehosteten Medien (Videos, etc…). Es zahlt sich in der Tat aus Ihre Bilder für die Website zu optimieren um die Ladezeit und Server-Ressourcen zu schonen. Das WebP-Bildformat eignet sich hervorragend für diese Effizienzsteigerung.

Was den Cache (Zwischenspeicher / Pufferspeicher) betrifft, so kann diese Maßnahme auch dazu führen, dass Ihre Website augenscheinlich schneller lädt und somit effizienter wirkt. Aber hinsichtlich Effizienz kann eine Caching-Funktion innerhalb der eigenen WordPress-Website auch einen immer wieder kehrenden Mehraufwand bedeuten, da man den Cache innerhalb der WordPress-Installation regelmäßig löschen (leeren, purging, clearing, ..) sollte und fortlaufend darauf achten muss, dass in der Live-Version der Website wirklich alles so dargestellt wird, wie es sein sollte. Es gibt zudem die verschiedensten Caching-Varianten (zB Browser-Cache, Plugin-Cache, Editor-Cache, WordPress-Cache, Serverseitiger Cache, persistenter Objekt-Cache, ..) die sich bei unsachgemäßer Handhabe auch überschneidend in die Quere kommen können. Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Cache kann auch ziemlich ineffizient sein und zudem Probleme bereiten.

Und natürlich steigert ein sorgfältiger Umgang mit Theme- und Plugin-Ressourcen die Effizienz der gesamten Installation. Wenn man nur jene Funktionen verwendet, die man wirklich benötigt, schont das ungemein den Datenverkehr zwischen der WordPress-Website und dem Server. Eine Reduzierung der sogenannten Requests (Server-Anfragen) sorgt durch frei werdende Ressourcen für mehr Leistung durch Effizienz.

Manchmal zahlt es sich auch wirklich aus, die eigene WordPress-Installation auf alte, nicht mehr verwendete Plugins, Medien, Seiten und Beiträge zu durchsuchen und diese zu entfernen. Dies alleine kann die Performance der Website wieder steigern, ohne dafür mehr Serverleistung zuzukaufen.

wordpress seite duplizieren
Abbildung: Auch bei WordPress ist manchmal ein wenig weniger doch mehr

WordPress kosteneffizienter machen

Beim Thema „Serverleistung“ sind wir auch schon beim nächsten Punkt angelangt. Mehr Serverleistung bedeutet in der Regel gleichzeitig auch mehr Fixkosten. Die Frage stellt sich immer wieder: Wie viel Serverleistung ist wirklich erforderlich, um die eigene WordPress-Website gut in Betrieb zu halten?

Im weitersten Sinne ist auch mein Beitrag über Managed WordPress Hosting interessant, der die Sinnhaftigkeit von zu viel Hosting in Frage stellt. Auch wenn diese Art von Hosting marketingtechnisch hoch im Kurs ist, bleibt die Frage ob es im individuellen Fall wirklich notwendig und demnach auch kosten-effizient ist.

WordPress Websites für KMUs brauchen in der Regel nicht die kostenintensiven High-End-Performance-Leistungen von Managed Hosting-Angeboten. Hier steht Wissen und Vernunft auf jeden Fall vor All in One-Lösungen unter dem Titel „koste es was es wolle“.